01.04.2016

Kontrolle durch Beziehung: Paradoxienbearbeitung in der Polizei

Eva Kiefer (Konfliktdynamik)

Zusammenfassung

Polizei agiert, als bürokratische Sicherheitsorganisation, in einer sich verändernden Gesellschaft. Im Bereich der Kriminalprävention in einem durch Migration geprägten Umfeld wird, so zeigt diese ethno-methodologische Studie einer Polizeieinheit, von der klassischen behördlichen Verfahrensweise der Schriftlichkeit auf Mündlichkeit – sowohl in der externen Arbeit wie in der internen Bearbeitung dessen – umgestellt. Auch wird weniger auf klassische Kontrolle, dafür mehr auf Beziehungen gesetzt. Damit wird die Paradoxie von Bürokratie und dynamischer Umwelt aufgelöst sowie diejenige von staatlichem Sicherheitsapparat und (kulturell) eigensinnigen Gruppierungen. Zugleich wird aber auch eine paradoxe Anforderung geschaffen: Nähe zu produzieren und Distanz zu wahren. Auch die Bezeichnung dieser mündlichen externen Arbeitsweise als "Netzwerkarbeit" kann als Form der Paradoxiebearbeitung verstanden werden. Sie stellt spezifische Anforderungen an die Mitarbeiter und an den Anschluss an die bürokratische Organisation.

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