04.04.2014

Burn-out: Mach kaputt, was dich kaputt macht

Wolfgang Storz (Die Wochenzeitung)

Noch immer gilt Burn-out als Heldenabzeichen der kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Dass dabei emanzipatorische Errungenschaften bedroht sind, wird ausgeblendet.

Der Befund ist alt: Bereits vor zwei, drei Jahrzehnten war Burn-out als "Helfersyndrom" unter SozialarbeiterInnen ein Thema. Mittlerweile hat das Thema "Burn-out" die Zentren der Mediengesellschaft erreicht und lässt sich nicht mehr vertreiben.
Allein in den vergangenen drei Wochen erschienen dazu über sechzig Beiträge in Schweizer Medien: "Mal du siècle" – Krankheit des Jahrhunderts, titelte "Le Matin" am 15. Oktober, kurz darauf begründete Fussballnatitrainer Ottmar Hitzfeld seinen Rücktritt mit den Worten: "Ich will nicht nochmals ein Burn-out." Und das Wirtschaftsmagazin "Eco" des Schweizer Fernsehens berichtete unter dem Schlagwort "Volkskrankheit als Geschäftsmodell" über Schweizer Kliniken, die sich auf Therapien gegen Burn-out spezialisiert haben. Dabei streiten Ärztinnen, Psychologen und Therapeutinnen anhaltend darüber, ob Burn-out ein eigenes Krankheitsbild sei, ein anderes Wort für eine erschöpfungsbedingte Depression oder nur eine von der Therapie- und Wellnesswirtschaft erfundene Mode.

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